Aktuelles

Delegierten-Wochenende der Hessischen Jugendfeuerwehr

Jährlich kommen die Delegierten aus Hessen zum gemeinsamen Delegierten-Wochenende zusammen. In diesem Jahr fand die Veranstaltung mit dem Schwerpunkt „Demokratiefeindlichkeit und Populismus“ im Werra-Meißner-Kreis statt. 

Bereits am Freitag reisten einige Delegierte und die Landesjugendfeuerwehrleitung unter der Leitung von Markus Potthof in den Werra-Meißner-Kreis an. Die Teilnehmer nahmen an einer kulturellen Veranstaltung zum Auftakt des Wochenendes teil. 

Beim 44. Landes-Delegiertentag der Hessischen Jugendfeuerwehr (HJF) drehte sich alles um die Thematik „Demokratiefeindlichkeit und Populismus“ . In verschiedenen Workshops wurde die Thematik in Kooperation mit Fachkräften des Beratungsnetzwerks Hessen näher gebracht und erklärt, welche Tendenzen, Gefahren und Strategien es auf der einen Seite gibt, sowie mögliche Gegenmaßnahmen und Handlungsvorschläge präsentiert. In den Workshops standen verschiedene Aspekte im Fokus - wie z.B. ein Argumentations- und Handlungstraining gegen populistische Parolen, ein Einblick in die Lebenswelten von rechtsextrem orientierten Jugendlichen, der Salafismus, die „Neue Rechte“ – Strategien und Merkmale, die Identitäre Bewegung und der Umgang mit rechtsaffinen Jugendlichen. 

Für alle Delegierten ging es nach dem Mittagessen direkt weiter zum „Blick in den Landkreis".  Unter anderem gab es eine geführte Besichtigung des Grenzmuseums Schifflersgrund, eine Stadtführung durch Eschwege und eine Frau Hölle Wanderung. Jedes Angebot diente zur Vorstellung der Gegend des Gastgebers. 

Am Abend folgte der bunte Abend. Mit einem kurzweiligen Bühnenprogramm und Nordhessischen Spezialitäten erlebten die Delegierten einen tollen Abend in Reichensachsen.

Beim formellen Teil des 44. Landes-Delegiertentages konnte am nächsten Tag die Arbeitsgruppe“ Extremismus und Polarisierung“ der HJF die Arbeit der Rex-Lotsen und die Wichtigkeit der Sensibilisierung der Jugendfeuerwehrwarte und Betreuer erläutern. Die HJF ist seit 2010 Mitglied im Beratungsnetzwerk Hessen. Im Rahmen dieser Tätigkeit wurden Kamerad/innen rund um den Themenbereich Rechtsextremismus und Populismus geschult, um beratend bei Feuerwehren vor Ort tätig zu werden. Durch das Erstarken populistischer Strömungen in Deutschland und Europa und die Veränderungen der Strategien der „Neuen Rechten“, hat die HJF beschlossen, sich der Thematik neuerlich anzunehmen, um die Jugendfeuerwehren vor Ort im Umgang mit populistischen Strömungen zu unterstützen. Zum Abschluss der Podiumsdiskussion stellte Markus Potthof das neue Projekt "Parole des Monats" vor.  Einmal im Monat wird in Zukunft eine Parole veröffentlicht mit einer positiven Formulierung oder Aussage zu Themen im Kontext von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die gängigen Klischees oder eben „Parolen“ entgegen stehen. Diese Aussagen spiegeln die Werte der HJF in unterschiedlichsten Facetten wider. Die erste Parole wurde in der Versammlung veröffentlicht. 

Im Anschluss ließ Markus Potthof in dem Jahresbericht der Landesjugendfeuerwehrleitung das vergangene Jahr noch einmal für alle Fachgebiete Revue passieren. Die Mitgliederzahlen steigen entgegen dem Deutschlandtrend und die HJF verzeichnet weiterhin Erfolge der landesweiten Werbekampagne. Auf die Deutsch-Russische Jugendbegegnung im vergangenen Jahr, die von allen Teilnehmern als tolle Jugendbegegnung mit einem umfangreichen Programm empfunden wurde, blicke man positiv zurück. In diesem Jahr feiert die HJF ihre 25. Jugendbegegnung, bei der noch wenige Plätze frei sind. "Es lohnt sich daran teilzunehmen und wird anlässlich des 25. Jubiläums zweifellos eine unvergessliche Begegnung.", sagt Landesjugendfeuerwehrwart Markus Potthof. Zum Schluss ging er auf den Spatenstich für den Neu- bzw. Umbau des Jugendfeuerwehr-Ausbildungszentrums (JFAZ) ein und appellierte an alle Delegierten die Lehrgänge dort zu besuchen. Auch neue Ideen zur Weiterentwicklung der Lehrgänge können jederzeit Fachgebietsleiter Bildung Andreas Adams mitgeteilt werden. "Lasst uns gemeinsam das neue JFAZ mit Leben füllen und zum Herz der Hessischen Jugendfeuerwehr machen.", fügt er hinzu. Zusätzlich zu erwähnen sind zwei neue Publikationen, die "Kübelspritze-kompakt" und die Methodenkarten", die federführend durch Andreas Adams erarbeitet wurden und gut in Hessen ankommen. 

Markus Potthof nutzte die Gelegenheiten Präsident Ralf Ackermann, dem Präsidium des Landesfeuerwehrverbandes, der Politik sowie dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport mit Peter Beuth an der Spitze einen Dank auszusprechen. "Nicht zu vergessen seien die vielen Feuerwehrkameradinnen und Kameraden, die die Jugendarbeit vor Ort in den Jugendfeuerwehren gestalten - und das sehr erfolgreich", ergänzte Potthof.

Für die wichtige Arbeit in den Jugendfeuerwehren erhielt der Verband einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 162.400€. "Das sich die Arbeit in den Jugendfeuerwehren lohnt, belegen die steigenden Mitgliederzahlen", erläuterte Gunnar Milberg als Vertreter des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport. 

Bei den Neu- und Wiederwahlen der Landesjugendfeuerwehrleitung gab es einige Veränderungen. Landesjugendfeuerwehrwart Markus Potthof und seine beiden Stellvertreter Andreas Adams und Michael Wickenhöfer wurden in ihren Ämtern bestätigt. Sebastian Irgel rückt für den scheidenden stellvertretenden Landesjugendfeuerwehrwart, Michael Kittel, nach und als neue Fachgebietsleiterin Jugendpolitik wurde Monika Loeb gewählt. Im Jugendforum gab es gleich mehrere Veränderungen. Auf Stefan Seidel folgt Robin Gröger als Fachgebietsleiter Jugendforum und für Melissa Ambrosius, Michael Ponitz und Jana Ritter folgen Marcel Reimund, Nick Maruhn und Celine Sterley als neue Hessische Landesjugendsprecher. Stefan Seidel wechselt in das Fachgebiet Projekte. Die bisherigen Leitungsmitglieder bleiben bestehen und wurden von der Versammlung bestätigt. Lediglich Timo Steul und Aysel Röse scheiden aus ihren Ämtern aus.

Für das außerordentliche ehrenamtliche Engagement wurde Aysel Röse mit der Florian-Medaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Gold, Michael Ponitz und Jana Ritter mit der Medaille in Bronze ausgezeichnet. Weitere hochkarätige  Ehrungen erhielten Klaus Splittdorf und Thomas Junk mit der Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber. Volker Schulz wurde mit der Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Gold ausgezeichnet. 

 

Mitglieder der neuen Landesjugendfeuerwehrleitung:

Landesjugendfeuerwehrwart - Markus Potthof (Waldeck-Frankenberg) 

stv. Landesjugendfeuerwehrwart – Dr. Andreas Adams (Bergstraße) 

stv. Landesjugendfeuerwehrwart – Michael Wickenhöfer (Waldeck-Frankenberg)

stv. Landesjugendfeuerwehrwart – Sebastian Irgel (Offenbach)

Schriftführer – Timo Wenzel (Kassel)

Fachgebietsleiter Bildung – Dr. Andreas Adams (Bergstraße)

Fachgebietsleiter Wettbewerbe – Michael Wickenhöfer (Waldeck-Frankenberg)

Fachgebietsleiter Projekte – Stefan Seidel (Lahn-Dill)

Fachgebietsleiter Jugendforum – Robin Gröger (Bergstraße)

Fachgebietsleiterin Öffentlichkeitsarbeit – Linda Trieschmann (Schwalm-Eder)

Fachgebietsleiter Internationale Jugendarbeit – Klaus Splittdorf (Wetterau)

Fachgebietsleiter Großveranstaltungen – Marcus Sattler (Darmstadt)

Fachgebietsleiter Jugendpolitik – Monika Loeb (Main-Kinzig)

Sprecher in der Jugendfeuerwehr Hessen – Nick Maruhn (Odenwald)

Sprecher in der Jugendfeuerwehr Hessen – Marcel Reimund (Frankfurt)

Sprecherin Jugendfeuerwehr Hessen – Celine Sterley (Lahn-Dill)

 

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25 Jahre Deutsch - Russische Jugendbegegnung

In diesem Jahr feierte die Hessische Jugendfeuerwehr gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation (Ministerium für Katastrophenhilfe- MCHS) aus Saratow (Russland), das 25jährige Bestehen ihrer Freundschaft. Hierzu trafen sich Jugendliche, nebst Betreuer/Innen und Vertreter/Innen beider Länder in Hessen zu einer weiteren ereignisreichen und unvergesslichen Jugendbegegnung.  

Die Geschichte der Jugendbegegnung soll nun erzählt werden:

Begründet in ihrem Selbstverständnis als Jugendverband, begann die Hessische Jugendfeuerwehr früh, sich um internationale Kontakte zu bemühen, um den Jugendlichen das Zusammentreffen mit unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen zu ermöglichen, den eigenen Horizont zu eröffnen und sie über Ländergrenzen hinaus in internationalen Begegnungen zusammenzuführen.

Anfang der 90er Jahre pflegte die Hessische Jugendfeuerwehr bereits Internationale Kontakte zu Jugendfeuerwehren in Frankreich, Israel, Österreich und Spanien.

Bedingt durch die "Öffnung des Eisernen Vorhangs" (ab 1989, im Zuge der Glasnost und Perestroika) wurden Kontakte nach/in Russland gesucht. Das geschah zu einer Zeit, als die Länder des Ostblocks für manch einen so fern und fremd waren, wie der Mond. Dies war der Beginn des Abenteuers.

Die Ziele beim Aufbau einer solchen Partnerschaft waren vielfältig:

Womit ging es los, welches waren die ersten Schritte?

Programm des Jugendaustausches 2019

An der diesjährigen Jugendbegegnung vom 14.07 bis 26.07 nahmen aus Hessen und Saratow 30 Personen teil. Die Begegnung fand im Fritz-Emmel-Haus in Kronberg statt. Dieses Pfadfinderhaus wurde bereits mit dem Auftrag gebaut, deutsch-russische Jugendbegegnungen zu fördern und zu ermöglichen, so dass wir besonders gerne hier untergekommen sind.

 Das Programm der Jugendbegegnung war vielfältig und bot neben feuerwehrtechnischen Elementen natürlich auch die Wahrnehmung von Kulturangeboten sowie unterschiedliche Aktivitäten der Freizeitgestaltung, an.

 Nach über 24 Stunden Anreise kam die russische Delegation auf dem Rhein-Main Flughafen an, wo wir sie in Empgang nahmen. Von dort ging es dann mit MTF’s nach Kronberg ins Fritz-Emmel-Haus, um am nächsten Morgen bereits mit dem Programm zu starten:

 Erstes Ausflugsziel war die Berufsfeuerwehr Frankfurt, mit fachkundiger Führung durch die Wache 1. Diese hatte alle, auch die Jugendlichen aus Hessen, schwer beeindruckt. Vor allem das FRTC (Fire-Rescue-Training-Center) kam bei allen sehr gut an. Anschließend verbrachten wir den Nachmittag auf dem Löschboot, inklusive einer „spritzigen“ Vorführung.

 Der nächste Tag führte uns in unsere Landeshauptstadt, wo wir den Landtag besichtigen und den stellvertretenden Landtagspräsidenten  Frank Lortz (CDU) und die Abgeordnete Martina Feldmayer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) treffen konnten.

 Abgerundet wurde der Besuch in Wiesbaden durch eine Stadtrundfahrt, die Fahrt mit der Nerobergbahn sowie dem Besuch der Russisch-Orthodoxen Kirche. Den Abschluss bildete die Führung durch die Wache 1 der Berufsfeuerwehr Wiesbaden mit anschließendem gemütlichen Grillabend.

 Zum Gelingen einer solchen Begegnung trägt besonders auch ein Sprachmittler bei, welcher uns seitens der Deutsch-Russischen Jugendstiftung partiell begleitete. Durch gezielte pädagogische Methoden zur interkulturellen Teambildung, trotz der Sprachbarrieren, schaffte er es, aus ZWEI Jugendgruppen, EINE Jugendbegegnung zu machen.

 Eine wunderschöne Führung gab es am darauf folgenden ereignisreichen Tag durch das Experimentalarchäologische Freilichtlabor „Lauresham“ in Lorsch mit anschließendem Besuch des Feuerwehr-Museums und Freizeit im Felsenmeer, wo sich die Jugendlichen austobten.

 In Birkenbringhausen legten alle Teilnehme/Innen erfolgreich die Jugendspange der Kreisjugendfeuerwehr im Kreisfeuerwehrverband Waldeck – Frankenberg ab, wo alle Jugendlichen ihr Können und Wissen über die Brandklassen, Erste Hilfe und einem Löschangriff zeigen konnten. Dies war für die Jugendlichen sicher eines der Höhepunkte bei der Begegnung.

 Ein weiterer Tag wurde dann im Waldschwimmbad in Kronberg verbracht. Hier konnten auch die neu gefundenen Freundschaften bei einem Eis weiter vertieft werden.

Dann ging es mit schnellen Schritten auf den Abschlussabend zu, für welchen 2 Tage lang intensiv geübt und geprobt wurde, um für die Feierlichkeiten ein schönes Rahmenprogramm zu bieten.

Am Abschlussabend im Wiesbadener Rathaus versammelten sich dann über 80 geladene Gäste, um gemeinsam das Jubiläum zu feiern: So wurden zahlreiche Ehrungen verliehen; die Jugendlichen konnten gemeinsam einen Tanz und ein Lied aufführen, sowie Erinnerungsfotos schießen.

 Am nächsten Morgen trat dann die russische Delegation, glücklich und mit vielen neuen Eindrücken aus Deutschland, ihre Heimreise an.

 Auch in diesem Jahr wurde wieder bei den vielfältigen Aktivitäten unsere Freundschaft vertieft und gepflegt. Es zeigte sich neuerlich, dass auch unser gemeinsames Interesse und Engegament für die Jugend-/Feuerwehr der Völkerverständigung dienlich. Die nächsten gemeinsamen Aktivitäten sind schon in der Planung, daher sprechen wir bereits jetzt unsere Einladung aus, an unserer nächsten Begegnung 2020 teilzunehmen und sich für diese anzumelden.

Klaus Splittdorf

FGL

Internationale Jugendarbeit